Freitag, 14. November 2014

DOG-CACHING - Dem Schatz auf der Spur





DOG-CACHING - Dem Schatz auf der Spur
ist eine Art Schnitzeljagd mit dem Hund und dem GPS oder Smartphone. Angelehnt an das mittlerweise zum Kult gewordenen Geocaching, macht sich nun der Mensch mit seinem Hund und dem Einsatz der unschlagbaren Hundenase auf die Suche nach speziellen DOG-CACHES.

Wie hat sich DOG-CACHING entwickelt?
Ich habe in meiner Praxis als Verhaltenstherapeutin und Tierheilpraktikerin nicht nur für Hunde, sondern auch für Pferde und Katzen sehr häufig mit der Frage nach wirklich artgerechter Beschäftigung zu tun. Das Wort ist inzwischen zu oft gebraucht und mißbraucht worden, denn ich mußte feststellen, daß Tierbesitzer sehr oft denken, sie würden ihr Tier artgerecht auslasten, indem sie z.B. „Kopfarbeit“ mit Suchspielen von Leckerchen oder Futter machen. Das Gegenteil ist der Fall: Oft ist die einzige Spielregel bei dieser Form der Beschäftigung, wenn überhaupt: Abwarten bis Frauchen oder Herrchen die Leckerchen versteckt hat. Manchmal erfolgt dieses auch nur mittels Wegwerfen und man macht sich nicht die Mühe, ein wirklich gutes Versteck zu suchen. Warum auch, nur für einen Futterbrocken? Der Hund startet dann meist von alleine durch, sucht alleine, findet allein und frißt alleine. Der Hund ist aber ein sozialer Beutegreifer, der eigentlich im Team sucht, findet und frißt. Ich war also auf der Suche nach einer Beschäftigung, die den Menschen in der Kooperation mit dem Hund wichtig macht. Da bietet die gemeinsame Suche nach einem Schatz, von dem der Mensch den Fundort weiß, eine optimale Teamarbeit. Und das von Anfang bis Ende. Der Hund kommt nicht ohne seinen Menschen zum Erfolg, aber sehr wohl mit ihm. Das ist der Grundgedanke von DOG-CACHING. Das stärkt die Bindung, verfeinert die Kommunikation, verbessert die Orientierung des Hundes am Menschen, ohne Kommandogehorsam oder Druck.

Die Idee hinter DOG-CACHING ist...
Schon immer haben Menschen ihre Hunde mit auf die Suche in die Natur mitgenommen, und es gibt auch schon viele Geocacher, die ihre Hunde mit auf Schatzsuche nehmen. In Österreich z.B. gibt es eine eigene Community, die regelmäßig Veranstaltungen mit ihren Hunden organisieren. Das Problem dabei ist allerdings oft, daß der Hund keine eigene Motivation hat, die Dose zu suchen. Das führt dazu, daß er bei den bisherigen Konzepten, z.B. auf einen bestimmten Geruch (z.B. Seife) konditioniert und dadurch von außen motiviert werden mußte, um die Dose zu suchen. Genau hier unterscheidet sich DOG-CACHING von den bisherigen Vorgehensweisen. Meine Vorgehensweise im Training sorgt für eine innere Motivation des Hundes die Dose zu suchen. Aus diesem Grund suchen die DOG-CACHING-Teams auch nicht bereits vorhandene Geocaches, sondern eigene DOG-CACHES, wobei schon einige dabei auch Geocaches gefunden haben. Eine Übertragung darauf ist also möglich. Und - nein, im DOG-CACHE liegt KEIN Hundefutter. Dies wäre aus diversen Gründen ungünstig.

Wo kommt die innere Motivation des Hundes her, wenn es nicht um Futter geht?
Weil sich für ihn hier auf bio-logische Art ein Kreis schließt. Der Hund ist ein sozialer Beutegreifer, dem es in die Wiege gelegt ist, jagen zu gehen. Nahrungssuchverhalten ist nicht nur bei Hunden der am stärksten ausgeprägte Urinstinkt. DOG-CACHING bietet dem Hund alle möglichen Anteile aus der Jagdsequenz, nicht nur Nasenarbeit und Leckerchen fressen. Da alle Bedürfnisse, die hinter dem Jagdinstinkt stecken, angenommen werden können, aktiviert sich sozusagen selbständig die innere Motivation des Hundes, mitzuarbeiten. Das aufwändige und einseitige Konditionieren auf einen bestimmten Geruch fällt nahezu weg. Eigentlich ist DOG-CACHING sogar „Anti-Jagd-Training“...

Wer kann DOG-CACHING machen?
Nahezu alle Menschen und Hunde. Selbst Hunde mit schweren Handycaps können bestimmte DOG-CACHES suchen. Es ist eine ruhige Arbeit, die auch hervorragend für junge oder besonders alte Hunde geeignet ist. Auch wenn schon die Augen und Ohren versagen - riechen kann der Hund bis zum Schluß. Jeder Cache hat eine eigene Beschreibung, damit sich der Hundehalter im Vorwege darüber informieren kann, was ihn erwartet.

Wo kann man DOG-CACHING lernen?
Zur Zeit baut sich ein eigenes Netzwerk von DOG-CACHING-Hundeschulen auf. Im Moment stecken wir noch in den Anfängen, allerdings habe ich keinen Zweifel, daß sich diese neue Form der artgerechten Beschäftigung als Angebot schnell in den Hundeschulen wiederfinden wird. Ein Verzeichnis, der angeschlossenen Hundeschulen wird auf der Website: www.dog-caching.com entstehen. Ansonsten kann natürlich jeder in seiner eigenen Hundeschule nachfragen und das Thema anregen. Nähere Infos und Termine für die Ausbildung für Hundeschulen finden sich ebenfalls auf der Homepage.

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